Mahnwesen automatisieren
Mahnwesen mit KI-Agent automatisieren
Ein KI-Agent kann Ihr Mahnwesen spürbar entlasten: Er ruft die offenen Debitoren-Posten über die REST-API ab, erkennt überfällige Forderungen und entwirft dazu passende Mahnungen. Die Freigabe und der Versand bleiben bei Ihnen — der Agent ist Ihr Werkzeug, nicht Teil unserer Software. So verbinden Sie eine überschaubare Lese-Scope-Anbindung mit Ihrer eigenen Versandlogik, ohne eine separate Mahn-Software einzuführen.
So läuft die Mahn-Routine ab
Vom lesenden Abruf bis zu Ihrer Freigabe — der Agent bereitet vor, Sie entscheiden.
Der Ablauf beginnt mit einem lesenden Aufruf: Der Agent ruft über die REST-API oder den MCP-Server die offenen Debitoren-Posten Ihrer Firma ab — jeweils mit Rechnungsdatum, Fälligkeit, Betrag und bereits erfassten Zahlungseingängen. Bereits ausgeglichene oder teilbezahlte Posten erkennt er dabei anhand des Restsaldos und lässt sie außen vor.
Anhand der Fälligkeiten sortiert der Agent die Posten nach Überfälligkeitsgrad und offenem Betrag. Er ordnet jeden Fall einer Mahnstufe zu — von der freundlichen Zahlungserinnerung bis zur zweiten Mahnung — und formuliert für jeden Kunden einen passenden Mahntext in Ihrem Ton.
Sie erhalten den Entwurf zur Freigabe: im Chat Ihres Clients, in einer Übersicht oder als Datei. Erst nach Ihrer Bestätigung verlässt die Mahnung Ihr Haus, und zwar über Ihren eigenen Versandkanal. Kein Schreibzugriff auf die Buchhaltung ist für diesen Kern nötig — der Agent liest, priorisiert und schlägt vor.
Lese-Scope trifft eigene Versandlogik
Was der Agent darf, und wo Ihre eigene Automatisierung übernimmt.
Lese-Scope genügt zum Entwerfen
Zum Lesen der offenen Posten und zum Formulieren der Mahnung reicht ein Schlüssel mit reinem Lese-Scope. Der Agent braucht keine Schreibrechte, um Fälligkeiten zu prüfen und Texte vorzubereiten — das minimiert die vergebene Berechtigung.
Versand über Ihren eigenen Kanal
Das eigentliche Verschicken übernehmen Sie — per E-Mail, Serienbrief oder einer Automatisierung in n8n, Make oder Zapier, die Ihr Agent ansteuert. Unsere API ist reine Buchhaltung und verschickt selbst keine Post.
Der Agent ist Ihr Werkzeug
Ob Claude Code, ein Custom GPT oder Cursor: Der Agent gehört Ihnen und läuft in Ihrer Umgebung. Er ist nicht Teil unserer Software, sondern spricht ausschließlich über den Bearer-Schlüssel mit Ihrer Buchhaltung.
Mahngebühren optional buchen
Wollen Sie Mahngebühren oder Verzugszinsen erfassen, geschieht das über den Schreib-Scope als reguläre Buchung — festgeschrieben, nachvollziehbar und GoBD-konform, wie jeder andere Buchungssatz auch.
Anbindung per gehostetem MCP-Server
Das npm-Paket @jahresabschluss/buchhaltung-mcp ist noch nicht veröffentlicht — der verlässliche Weg ist die gehostete URL-Variante. Ein Befehl genügt, der Schlüssel wandert in den Authorization-Header, und Ihr Client kennt die 14 Werkzeuge, davon 10 lesende und 4 schreibende.
claude mcp add --transport http buchhaltung \ "$MCP_URL" --header "Authorization: Bearer jab_live_…"
GoBD bleibt jederzeit erzwungen
Auch wenn ein Agent im Spiel ist, bleiben die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung unangetastet. Buchungen sind append-only: Einmal festgeschriebene Sätze werden nicht gelöscht, sondern über einen Storno korrigiert. Der Agent kann diese Regel nicht umgehen, egal wie eine Anweisung formuliert ist.
Jede schreibende Aktion läuft durch denselben Buchungskern wie die manuelle Erfassung — mit Festschreibung und der Prüfung Soll = Haben. Der lesende Blick auf die offenen Posten verändert dabei nichts an Ihren Daten.
Für das Mahnwesen heißt das doppelte Sicherheit: Die Priorisierung und der Mahnentwurf sind reine Leseoperationen, und eine tatsächlich gebuchte Mahngebühr bleibt dauerhaft und revisionssicher nachvollziehbar.
Eine Mahnstufen-Routine, die Sie steuern
Fünf Stellschrauben, mit denen Sie den Mahnlauf an Ihre Gepflogenheiten anpassen.
- Priorisierung nach Tagen über Fälligkeit und offenem Betrag — die dringendsten Forderungen zuerst.
- Mahnstufen von der Zahlungserinnerung über die erste bis zur zweiten Mahnung anhand Ihrer eigenen Fristen-Vorgaben.
- Textbausteine in Ihrem Ton: höflich bei Stammkunden, bestimmter bei dauerhaft säumigen Kunden.
- Optionale Verzugszinsen nach § 288 BGB, sofern Sie den Satz im Prompt hinterlegen.
- Sammel-Übersicht aller fälligen Posten je Kunde, damit Teilzahlungen und Restsalden korrekt berücksichtigt werden.
Häufige Fragen
Braucht der Agent Schreibrechte für das Mahnwesen?
Für den Kern nicht. Das Abrufen der offenen Posten und das Entwerfen der Mahntexte gelingt mit einem reinen Lese-Scope. Schreibrechte brauchen Sie nur, wenn der Agent zusätzlich Mahngebühren oder Verzugszinsen als Buchung erfassen soll — und selbst dann läuft das durch die reguläre, festgeschriebene Buchungslogik mit der Prüfung Soll = Haben.
Verschickt Ihre API die Mahnungen automatisch?
Nein. Unsere API ist ausschließlich Buchhaltung und stellt die offenen Posten samt Fälligkeiten bereit. Der Versand läuft über Ihren eigenen Kanal — etwa E-Mail oder eine Automatisierung in n8n, Make oder Zapier, die Ihr Agent ansteuert. Die eigentliche Versandlogik gehört Ihnen, damit Anrede, Vorlage und Zeitpunkt zu Ihrem Haus passen.
Wie unterscheidet sich das vom reinen Prüfen offener Posten?
Das Prüfen offener Posten liefert Ihnen den Saldenstand je Kunde. Das Mahnwesen setzt einen Schritt darauf auf: Der Agent leitet aus Fälligkeit und Betrag eine Mahnstufe ab, formuliert den passenden Mahntext und legt ihn Ihnen zur Freigabe vor. Es geht also nicht nur um die Analyse, sondern um den fertigen Mahnentwurf.
Kann der Agent über die API einen Jahresabschluss oder eine Steuererklärung erstellen?
Nein. Die API arbeitet nur mit laufenden Buchhaltungsdaten. Sie bereiten damit saubere Zahlen vor, die später in der Anwendung zum Jahresabschluss oder zur E-Bilanz weiterverarbeitet werden. Die Erstellung oder Übermittlung dieser Abschlüsse oder einer Steuererklärung läuft niemals über die API.
Wie stellt der Agent sicher, dass er die richtige Firma bemahnt?
Die Gesellschaft wird aus dem Schlüssel abgeleitet, nicht als Parameter übergeben. Ein Schlüssel mit dem Präfix jab_live_ gehört zu genau einer Firma. Betreuen Sie mehrere Mandanten, legen Sie je Firma einen eigenen Schlüssel an — eine Verwechslung ist damit ausgeschlossen.
Welchen Client und welche Werkzeuge brauche ich?
Einen MCP-fähigen Client wie Claude Code, Claude Desktop oder Cursor — oder direkt HTTP-Aufrufe an die REST-API. Insgesamt stehen 14 Werkzeuge bereit, davon 10 lesende und 4 schreibende. Fürs Mahnwesen genügen die lesenden Abrufe der offenen Posten und Stammdaten.