Scope 1 & 2 berechnen

Scope 1 und Scope 2 berechnen: Definition und Rechenweg

Scope 1 und Scope 2 sind die beiden Kategorien, die der VSME-Standard für die CO₂-Bilanz eines Unternehmens verlangt. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen, Scope 2 den eingekauften Strom und die Fernwärme, standortbasiert berechnet. Der Rechenweg ist in beiden Fällen derselbe: Verbrauch mal Emissionsfaktor ergibt die Emission in Tonnen CO₂-Äquivalent.

Scope 1: direkte Emissionen aus eigenen Quellen

Scope 1 fasst alle Emissionen zusammen, die unmittelbar bei Ihnen im Unternehmen entstehen, weil Sie selbst Kraftstoff oder Brennstoff verbrennen.

  • Eigener Fuhrpark: Diesel und Benzin
  • Eigene Heizungsanlagen: Heizöl, Erdgas, Flüssiggas
  • Blockheizkraftwerke und ähnliche eigene Anlagen
  • Sonstige Verbrennung direkt vor Ort

Scope 2: eingekaufter Strom und Fernwärme

Scope 2 erfasst Emissionen, die nicht bei Ihnen selbst, sondern beim Energieerzeuger entstehen, weil Sie Strom oder Fernwärme zukaufen. Für das VSME-Basismodul reicht die standortbasierte Berechnung mit dem Emissionsfaktor des jeweiligen Strommixes oder Fernwärmenetzes am Standort, ein zusätzlicher marktbasierter Ansatz ist dafür nicht erforderlich.

Der Rechenweg: Verbrauch mal Emissionsfaktor

Für jede Zeile gilt dieselbe Formel: der erfasste Verbrauch, etwa in Litern oder Kilowattstunden, wird mit dem hinterlegten Emissionsfaktor des Energieträgers multipliziert. Das Ergebnis je Zeile wird in Tonnen CO₂-Äquivalent summiert, getrennt nach Scope 1 und Scope 2, damit die Herkunft der Emissionen nachvollziehbar bleibt.

Beispielrechnung Scope 1: Fuhrpark mit Diesel

Ein Fuhrpark verbraucht im Jahr 10.000 Liter Diesel. Mit einem Näherungswert von rund 2,65 kg CO₂e je Liter ergibt das rund 26,5 Tonnen CO₂e in Scope 1. Der Faktor liegt in der Größenordnung des Umweltbundesamts und ist kein amtlich exakter Wert, in der Software aber je Zeile anpassbar.

Beispielrechnung Scope 2: Strombezug und Erdgas

Für 100.000 Kilowattstunden zugekauften Strom aus dem deutschen Strommix liegt der Näherungswert bei rund 0,38 kg CO₂e je Kilowattstunde, das ergibt rund 38 Tonnen CO₂e in Scope 2. Wird stattdessen mit Erdgas geheizt, liegt der Näherungswert bei rund 0,2 kg CO₂e je Kilowattstunde, sodass 50.000 Kilowattstunden Erdgas rund 10 Tonnen CO₂e ergeben.

Was Sie nicht berechnen müssen: Scope 3

Scope 3 umfasst indirekte Emissionen entlang der Lieferkette, etwa aus eingekauften Waren oder Geschäftsreisen. Der CO₂-Rechner im Modul Nachhaltigkeit und das VSME-Basismodul konzentrieren sich bewusst auf Scope 1 und Scope 2, das deckt den geforderten Umfang für die CO₂-Bilanz ab, ohne den Aufwand einer vollständigen Lieferkettenanalyse.

So übernehmen Sie das Ergebnis in Ihren Bericht

Nach der Berechnung fließen Scope 1 und Scope 2 automatisch in Abschnitt B3 Ihres Nachhaltigkeitsberichts, zusammen mit dem gesamten Energieverbrauch in Megawattstunden. Unsere eigene KI formuliert daraus die passende Prosa, die reine Zahlengrundlage bleibt aber vollständig nachvollziehbar.

Häufige Fehler bei der Scope-Abgrenzung

Der häufigste Fehler ist die Zuordnung des Fuhrparks: Eigene und geleaste Fahrzeuge, die das Unternehmen betreibt, gehören mit ihrem Kraftstoffverbrauch in Scope 1 — nicht in Scope 3. Ebenfalls oft übersehen wird die Fernwärme: Sie ist eingekaufte Energie und zählt zu Scope 2, genau wie der Netzstrom.

Vorsicht auch beim Ökostrom: Er reduziert die standortbasierte Scope-2-Betrachtung nicht automatisch auf null — die marktbasierte Anrechnung über Herkunftsnachweise ist eine eigene Sichtweise. Für einen VSME-Bericht genügt die standortbasierte Methode; wer Ökostrom bezieht, weist ihn transparent aus. Wichtig ist vor allem eines: die gewählte Methode konsequent beibehalten, damit die Werte über die Jahre vergleichbar bleiben.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Scope 1 und Scope 2?

Scope 1 sind Emissionen aus eigenen Quellen wie Fuhrpark oder Heizungsanlage, Scope 2 sind Emissionen aus eingekauftem Strom und Fernwärme. Beide werden getrennt ausgewiesen.

Was bedeutet standortbasiert bei Scope 2?

Standortbasiert heißt, dass der durchschnittliche Emissionsfaktor des Strommixes oder Fernwärmenetzes am jeweiligen Standort angesetzt wird, unabhängig von individuellen Stromlieferverträgen.

Muss ich Scope 3 auch berechnen?

Für das VSME-Basismodul nicht. Der CO₂-Rechner deckt bewusst nur Scope 1 und Scope 2 ab.

Welche Emissionsfaktoren nutzt die Berechnung?

Die Software nutzt Näherungswerte in der Größenordnung des Umweltbundesamts, etwa für Diesel, Benzin, Erdgas und den deutschen Strommix, jeweils je Zeile einsehbar und anpassbar.

Kann ich die Berechnung manuell nachvollziehen?

Ja, der Rechenweg ist einfach: Verbrauch mal Emissionsfaktor je Energieträger, summiert je Scope. Alle Faktoren sind transparent sichtbar.

Wie fließt das Ergebnis in den VSME-Bericht ein?

Scope 1, Scope 2 und der Energieverbrauch lassen sich per Klick in Abschnitt B3 des Berichts übernehmen und aktualisieren sich bei Änderungen automatisch.

Gehört der Firmenwagen zu Scope 1 oder Scope 3?

Fahrzeuge, die das Unternehmen selbst betreibt — gekauft oder geleast —, gehören mit ihrem Kraftstoffverbrauch in Scope 1. Zu Scope 3 zählen dagegen etwa Flüge, Bahnfahrten oder der Pendelverkehr der Beschäftigten; diese verlangt das VSME-Basismodul nicht.